HolzkonstruktionenBERLIN

KVH oder BSH: Was passt zur Konstruktion?

KVH oder BSH ist eine Frage der geplanten Konstruktion: Lasten, Spannweite, Querschnitt, Nutzung und gewünschte Oberfläche bestimmen die Auswahl. Keines der beiden Holzprodukte ist pauschal die bessere Lösung.

Vollholz und Lamellen unterscheiden

Konstruktionsvollholz, kurz KVH, besteht aus sortiertem und technisch getrocknetem Vollholz. Bei keilgezinktem KVH werden Vollholzabschnitte an ihren Enden über ineinandergreifende, verklebte Zinken längs verbunden. Die Keilzinkung schafft längere Bauteile; sie ist keine Verklebung mehrerer Schichten übereinander.

Brettschichtholz, kurz BSH oder BS-Holz, entsteht dagegen aus mehreren getrockneten Holzlamellen, die mit gleichgerichteter Faser übereinander verklebt werden. Dieser Aufbau erlaubt andere Querschnitte und auch geformte Bauteile. Daraus folgt noch keine Aussage, welches Produkt für eine bestimmte Last ausreichend ist.

Orientierung für die Materialentscheidung
FrageKVHBSH
AufbauVollholz, gegebenenfalls längs keilgezinktMehrere übereinander verklebte Lamellen
Form und QuerschnittVom Vollholzprodukt und verfügbaren Querschnitt geprägtLamellenaufbau ermöglicht größere und geformte Querschnitte
AuswahlErforderliche Festigkeit, Verformung, Nutzung und Anschlüsse müssen für das konkrete Bauteil geprüft werden.
Sichtbare OberflächeSichtanforderungen ausdrücklich festlegen; Produktbezeichnung allein beschreibt die gewünschte Optik nicht vollständig.

Fünf Angaben machen die Auswahl belastbar

  • Lasten: Welche ständigen und veränderlichen Einwirkungen sind zu berücksichtigen? Eine Nutzungsbeschreibung ist der Anfang, keine Lastberechnung.
  • Spannweite: Wie weit liegt das nächste Auflager entfernt? Länge und Lagerung beeinflussen die erforderliche Bemessung.
  • Querschnitt: Welche Bauteilhöhe und -breite sind räumlich möglich? Ein knapper Einbauraum kann die Entscheidung verändern.
  • Nutzung und Feuchte: Innenraum, überdachter Außenbereich und direkt bewitterte Bauteile sind unterschiedliche Bedingungen.
  • Sichtanforderung: Soll das Holz sichtbar bleiben? Klären Sie Oberfläche und Erscheinungsbild gemeinsam mit den technischen Anforderungen.

Weder ein großer Querschnitt noch die Bezeichnung BSH ersetzt eine Tragwerksplanung. Die Anforderungen an Festigkeit und Verformung sowie die passenden Anschlüsse werden für die jeweilige Konstruktion festgelegt. Die Überwachungsgemeinschaft KVH stellt technische Informationen und Planungshilfen bereit.

Für außen zählt das Detail

Technisch getrocknetes Holz ist nicht automatisch wetterfest. Bei einer Außenanwendung müssen das geeignete Produkt und der geplante Feuchteschutz zusammen beurteilt werden. Wasser darf sich weder auf Flächen noch in Anschlüssen dauerhaft sammeln; eingedrungene Feuchtigkeit muss wieder abtrocknen können.

Was das für Pfostenfüße, Hirnholz und Kontaktflächen bedeutet, erläutert der Ratgeber konstruktiver Holzschutz. Ein Anstrich ist kein Ersatz für funktionierende Wasserableitung.

Material noch offen? Das darf in die Anfrage.

Sie müssen KVH oder BSH nicht vor der Projektprüfung selbst festlegen. Nennen Sie Zweck, Maße, verfügbare Auflager und Witterung. Über die Seite Holzkonstruktionen Berlin können Sie diese Angaben für eine Anfrage zur Planung oder Ausführung zusammenstellen.